Atmung Mind

Atmen ist Leben // Eintauchen in ein tieferes Ich

12. September 2016
Transformational Breathing Rae Indigo Workshop Erfahrungsbericht Transformation Emotion Atmen Atmung

Erfahrungsbericht zum Transformational Breathing  Workshop mit Rae Indigo

Ich bin ein kleiner Angsthase und ein Kontrollfreak. Loslassen und Vertrauen muss ich immer wieder üben. Vor ein paar Wochen habe ich beim Transformational Breathing Workshop mit Rae Indigo von United Yoga teilgenommen.

Diese Praxis verlangt genau das: Loslassen und Vertrauen ins Ungewisse haben.
Mein Erlebnis war so einzigartig, intensiv und wunderschön, dass ich es gerne mit euch teilen will.

Was man vorab wissen sollte

Im Yoga verbinden wir über unseren Atem Körper und Geist. Durch regelmäßiges Pranayama und die Ujjayi Atmung in unserer Praxis, können wir tiefe Transformationen herbei führen. Dieser Prozess kann allerdings Jahre dauern und erfordert höchste Konsequenz. Nicht gerade meine Stärke. Während des Workshops liegt man 45 Minuten auf Kissen gebettet auf dem Rücken und atmet eine sehr intensive Zwerchfellatmumg mit geöffnetem Mund.

Transformational Breathing könnte als eine Art Abkürzung beschrieben werden. Ein schnellerer Weg, den man ab und zu nehmen kann. Aber was bedeutet denn Transformation eigentlich? Das ist eines dieser mit Inhalt aufgeladenen, großen Worte, die man 1000fach interpretieren und auslegen kann. Um zu verstehen, was es für mich bedeutet und wie es sich anfühlt, musste ich die Erfahrung selber machen.

Getrieben von einer inneren Kraft, die seit dem Besuch des ersten Workshops vor beinahe einem Jahr in mir gewachsen ist, konnte ich den Workshop kaum erwarten. Ich durfte dort eine Erfahrung machen, wie ich sie selten in dieser Tiefe und Weite erlebt habe. Einmal mehr bin ich fasziniert und berührt zugleich, was wir allein mit unserem Atem bewirken können.

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Eine tiefe Begegnung mit mir selber

(Verfasst im Anschluss an den Workshop in Tagebuchform)

„Es ist Sonntag Abend. Die Abendsonne taucht das Studio in ein angenehmes, goldenes Licht. Es liegt eine ganz besondere Energie in der Luft. Mit mir sind etwa 40 weitere Yogis im Raum. Einige davon sichtlich nervös, was nun auf sie zukommt.

Ich fühle mich bereit, ich wünsche mir eine Transformation. Ich brauche sie. Ich habe seit Wochen das Gefühl, mit dem Rücken an die Wand zu stehen. Es muss sich etwas ändern. Etwas muss raus. Rae erklärt den Ablauf des Workshops und gibt die letzten Anweisungen. Ich ertappe mich bei dem Gedanken, 45 Minuten auf dem Rücken zu liegen und eine starke Zwerchfellatmung mit stark geöffnetem Mund durchzuführen, nicht sonderlich attraktiv zu finden. Dennoch weiß ich: Genau das brauche ich, jetzt!

Jetzt geht es los.

Ich beginne mit der Zwerchfellatmung. Schon nach kürzester Zeit ist mein Mund trocken und mein Kiefer fühlt sich unangenehm verkrampft an. Ich will keine 45 Minuten so weiter atmen. Das kann ich nicht.

Diesen Gedanken lasse ich ziehen. Und zwar öfter als einmal. Einfach weiter atmen. Was sich durch meine subjektive Wahrnehmung anfänglich wie eine Ewigkeit anfühlt – Atemzug für Atemzug, nicht aufhören, weitermachen – verschwindet und wird zu einem Moment. Ich habe kein Zeitgefühl mehr.

Binnen weniger Atemzüge verfalle ich in einen tieferen Bewusstseinszustand und begegne mir dabei immer wieder selbst. Bilder, Erinnerungen, Emotionen kommen hoch, für einen Moment schwimme ich auf der Welle der Emotion, im nächsten Moment ist sie weg.

Das alles geschieht in einer für mich nicht greifbaren Geschwindigkeit.

Ich nehme wahr, wie sich meine Arme und Hände verkrampfen und sich vom Boden lösen. Ich vernehme Rae´s Stimme, die uns motiviert weiter zu atmen. „Nicht aufgeben!“ Ich atme weiter.

Achterbahn der Gefühle

Mehr Emotionen: Tränen, Glücksgefühle, Wut, Angst, Leere. Alles auf einmal. Kaum ist die Emotion da, ist sie auch schon wieder weg. Ich lasse den Atem sein Ding machen. Lasse einfach alles mit mir geschehen.

„45 minutes are over“, ich vernehme Rae´s Stimme. Weit entfernt. Ich stoppe die Zwerchfellatmung. Mein ganzer Körper vibriert, kribbelt, ist durchflutet von Licht. „Come back into your body“ – Hey, Moment – Ich bin noch immer da oben, ziemlich weit weg von meinem Body. Für einen Moment bekomme ich Angst, nicht mehr zurückkehren zu können. Intuitiv vertiefe ich meine Atmung und beruhige mich selbst.

Ich werde auf die Seite gerollt und stabilisiert. All das lasse es geschehen. Noch immer schwebe ich auf einer anderen Ebene und bin nicht in meinem physischen Körper zurückgekehrt.

Tränen kullern, obwohl ich keine Traurigkeit verspüre. Alles fließt. Energie durchflutet mich. Ich spüre mich selber mit einer Präsenz, wie ich das schon lange nicht mehr habe. Und dennoch bin ich schwerelos.

Alles ist wie neu

Ich liege noch für längere Zeit und erst der Duft eines Öles hilft mir, zurück in meinen physischen Körper zu finden. Ich öffne meine Augen und alles erstrahlt in einer neuen Klarheit. Als hätte jemand den unsichtbaren Schleier vor meinen Augen entfernt.

Ich will und kann nicht sprechen. Diesen spannenden und angenehmen Zustand will ich noch eine Weile beibehalten.

Die Sonne geht gerade unter als ich das Studio verlasse. Meine Augen sind weit geöffnet, beobachten aufmerksam. Mein Geist ist Glas klar. Ich bekomme Antworten auf offene Fragen und fühle ganz deutlich, welche Entscheidung nun fällig ist.

Vollkommen leicht, gelöst und auf Wolken, schwebe ich nach Hause. What a long strange trip it has been… und das alles in 45 Minuten!“

Wenige Tage nach dem Workshop durfte ich Rae ein paar Fragen stellen und dennoch können die Antworten nur bedingt Einblick geben, was dieser Workshop ermöglicht.
Was mir bleibt ist, euch von ganzem Herzen zu empfehlen an einem Transformational Breathing teilzunehmen und für euch selber zu entdecken, wie heilend und profund diese Technik ist.

One breath at a time.

Elvira – The Yoga Affair – Signature – gold

Fotos: © Faible

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1 Comment

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    Reply Julia 13. September 2016 at 11:01

    Wow das klingt echt krass.
    Schön dass du so ein Erlebnis hattest. Ich hatte auch einmal ein ähnliches Erlebnis, aber nicht in dieser Intensität. Finde solche Workshops immer total toll.
    Alles Liebe
    Julia

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