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Travel Affair // Indien und andere Abenteuer

1. Februar 2015
Ashtanga Yoga India

Mein Yoga Teacher Training Zertifikat, ein Koriander-Omelette  und ich

Jetzt sitze ich hier. In Mumbai am Flughafen. 5 Uhr morgens. In der Tasche mein Yoga Teacher Training Zertifikat. Vor mir ein Masala Omelette mit gefühlten 10kg Koriander. Dabei hatte ich es doch extra ohne alles bestellt. Wait whaaaat? Ich bin Yogalehrerin!

Opening Ceremony Yoga Teacher Training Goa IndiaYoga Teacher Training Goa IndiaEs ist so früh am Morgen. Ich bin seit 3 Uhr wach und ich muss kurz in die Realität zurückfinden. Habe ich in die letzten 5 Wochen tatsächlich hier in Goa verbracht und darf jetzt mit diesem Privileg nach Hause fahren, Yoga unterrichten zu dürfen? So richtig offiziell? Krass!

Zeitraffer, fast forward

Es fühlt sich an, als wäre die Eröffnungszeremonie eben erst gewesen und gleichzeitig ist mein Herz und Kopf so voll mit Wahnsinnserinnerungen an diesen letzten Monat, dass ich genauso gut ein Jahr damit füllen könnte. Wo soll ich anfangen?

Demut vor dem Leben

Zunächst möchte ich meine Dankbarkeit dafür ausdrücken, dass ich 5 Wochen hier verbringen durfte. Es ist ein Riesengeschenk, sich 5 ganze Wochen lang intensiv mit sich selber auseinandersetzen zu dürfen. Und dann noch in Indien, dieses wunderschöne, wunderliche Land mit all seinen Facetten.

In meinem Londoner Alltag fällt mir das Abschalten schwer. Es ist eigentlich fast unmöglich. Ich gehe morgens zum Mysore, weil es mir hilft mit der Schnelllebigkeit und dem Druck, den mein Job mit sich bringt, umzugehen. Die Arbeit mit meinem Körper hilft mir, ruhiger zu werden. Dazu aber noch Zeit für Pranayama und Meditation zu finden, erschien mir unmöglich.

Agnihotra - Feuerzeremonie Goa IndienArambol Beach Goa, India, Sunset

Tiefe Einblicke in die eigene Seele

Ich bin mit dem Anspruch zu diesem Yoga Teacher Training gekommen, meine Asanapraxis zu vertiefen. Doch dann kam alles anders und das Universum hatte bereits andere Pläne für mich. Anstatt tolle Verrenkungen zu lernen, die mir noch für die vollständige 1. Serie fehlten, habe ich Blockaden in mir selbst gefunden und begonnen, Lösungen dafür zu suchen

Dieser Monat hat mir vor Augen geführt, was die acht Pfade im Ashtanga Yoga wirklich bedeuten und warum es um meine Konzentration und meinen Fokus so schlecht steht. Und nun sitze ich hier und stehe vor der großen Entscheidung: Soll ich London – die Stadt die ich so sehr liebe – für eine Weile den Rücken zu kehren, um zu meinen Wurzeln zurückzukommen?

So tief in sich zu gehen und sich selbst so nah zu sein – das hatte ich noch nie zuvor erlebt. Einfach nur zu sitzen, mein Gefühl für Raum und Zeit zu verlieren. Sitzen und beobachten, was hochkommt. Oh, und es kommt vieles! Erinnerungen, Menschen, alte Geschichten, Emotionen, längst vergessenes.

In den letzten 5 Wochen wurde mir nicht nur einmal der Spiegel vor Augen gehalten. Immer wieder kamen die gleichen Fragen auf:

Was will ich eigentlich im Leben? Was ist mir wichtig? Warum ist loslassen so unfassbar schwer? Und woher kommt dieses extreme Bedürfnis nach Sicherheit?

Arambol Beach Goa, India Arambol Beach Goa, India

Was zählt im Leben

Ich habe gelernt, dass ich diese Antworten nicht einfach aus dem Ärmel schütteln kann. Vielmehr müssen sie Zeit haben, reifen zu können.

Als Krönung habe ich nicht nur eine Seelenverwandte getroffen, sondern auch einen sehr lieben Menschen als engen Freund dazu gewonnen. Jeder Tag war neu, anders, überhaupt nicht das, was ich mir vorgestellt hatte.

Erwartungen… man sollte keine haben! There is no such thing as good and bad, it is what WE label it..

Was für ein Start ins neues Jahr! Bring it on 2015 – I’m ready!

Boarding time for the flight to London.

Elvira

 

© Photocredit: Marco Pomerigi and Tomas Sloan

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