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Hand aufs Herz // Wenn Abschied Neubeginn bedeutet

27. Januar 2016
Anjali Mudra - Prayer position - Abschied

Manchmal passieren Dinge im Leben, die lassen sich nur mit einem Wort beschreiben: Unfair! Wenn junge Menschen so plötzlich aus dem Leben gerissen werden, ohne Vorwarnung und von heute auf morgen einfach weg sind, bleibt nur mehr der Schock und die Ohnmacht. Eine Leere, die so unendlich weh tut, dass der Körper beinahe taub wird vor Schmerz. Ich hatte keine Gelegenheit mehr, mich zu verabschieden. Er war einfach weg.

Abschied nehmen trotz Wut, Machtlosigkeit und Fassungslosigkeit

Und dann beginnt man nachzudenken. Über sein eigenes Leben, die Prioritäten die man setzt, die Entscheidungen die man trifft oder besser gesagt, die die man nicht trifft. Meistens gibt es da auch noch diese lange Liste an Dingen die man aufschiebt, weil man glaubt Zeit zu haben. Und außerdem sind da noch die auf Eis gelegten Beziehungen. Zu Menschen die man eigentlich liebt, aber aus falschem Stolz keine Entschuldigung zu Stande bringt.

Abschied nehmen: we only regret the chances we didn't take

Ein Schritt nach vorne

In dieser Zeit habe ich begonnen, mich vertieft mit der Yoga Philosophie auseinander zu setzen und was es heißt, im Hier und Jetzt zu leben. Unter den traurigsten Umständen, habe ich den Mut gefasst, mein Leben zu leben, längst überfällige Entscheidungen zu treffen, nichts mehr zu verschieben, weniger zu arbeiten, mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden zu verbringen und vor allem loszulassen! Keiner hat etwas davon, wenn ich ewig an Vergangenem festhalte, schon gar nicht ich. Was ich daraus gelernt habe? Es gibt keine falschen Entscheidungen, nur solche, die man zulange hinauszögert.

Was du heute kannst besorgen

In Wahrheit wissen wir alle nicht, wieviel Zeit uns tatsächlich bleibt. Und dieser plötzliche Tod wird zu einem Weckruf. Ich werde ihn immer vermissen und die Lücke die er in all unseren Leben hinterlassen hat, wird immer bestehen. Ich bin noch nicht vielen Menschen begegnet, die so an mich geglaubt haben wie er. Das Mindeste was ich tun kann, ist mein Leben zu leben. Heute! Jetzt!

Elvira

 

Foto: © Caroline Prange

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