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Yoga und Meditation // Die Gründer von 7Mind im Interview

14. Februar 2018
7MInd Gründerteam Meditation Start up

Deutschlands beliebteste Meditations-App stellt sich vor

Jonas Leve und Manuel Ronnefeldt sind das Gründerteam hinter Deutschlands beliebtester Meditations-App 7Mind. Gemeinsam mit Unternehmer und Zen-Lehrer Paul Kohtes entstand 2014 die Idee, mehr Achtsamkeit und Gelassenheit in die Arbeitswelt und den ganz normalen Alltag der Menschen zu bringen. So war die Idee zu 7Mind geboren: Ein persönliches Meditationstraining, das man immer in der Hosentasche hat. Im Interview sprechen sie über die Geschichte hinter 7Mind, aber vor allem über ihre eigenen Erfahrungen mit dem Thema Achtsamkeit und wie sie diese in ihren Alltag – und ihr Unternehmen – integrieren.

Wie ist die Idee entstanden, eine Meditations-App zu entwickeln?

Die Idee kam uns schon, während wir noch zusammen an der Uni Uni Witten/Herdecke Wirtschaft studiert haben. Damals haben wir Paul Kohtes als Speaker für einen Kongress eingeladen, den wir 2014 an unserer Uni organisiert haben. Paul ist Gründer einer der erfolgreichsten Werbeagenturen Europas, hat sich aber schon lange aus dem Geschäft zurückgezogen und praktiziert bereits seit über 30 Jahren Zen. Wir waren einfach von seiner Geschichte und Person begeistert. Paul kann so über das Thema Achtsamkeit sprechen, dass einfach jeder zuhört – auch die Skeptiker.

Nach seinem Vortrag hat er so einen Funken entfacht, dass sich plötzlich 300 Businessleute über Meditation unterhalten haben. In dem Moment haben wir erkannt, dass gerade im Business Kontext mehr Verständnis und Aufklärung geleistet werden muss. Es lag sehr nahe, eine App zu entwickeln, weil es quasi dein persönlicher Meditationstrainer ist, den du immer in den Hosentasche hast. Paul hat das Konzept überzeugt und so haben wir gemeinsam mit ihm 7Mind gegründet. Unsere Nutzer kennen ihn natürlich vor allem durch seine beruhigende Stimme. Unsere Idee hat dann auch im B2C-Bereich so gut funktioniert, dass wir in Deutschland schnell viele Menschen für das Thema begeistern konnten. Seit zwei Jahren sind wir nun in Berlin und sitzen mit unserem kleinen Team im Prenzlauer Berg.

 

Woher kommt der Name 7Mind?

Die 7 ist tatsächlich eine besondere Zahl, die in vielen Traditionen hervorgehoben wird, da sie die Verbindung vom Weltlichen und Geistlichen repräsentieren soll. Die 7 verbindet die göttliche Dreifaltigkeit mit den vier irdischen Elementen (Feuer, Wasser, Erde, Luft). Diese Vorstellung passte für Paul und uns gut zum Thema Meditation und ganz nebenbei sind 7 Minuten tatsächlich eine sehr gute Meditationsdauer, um sich als Einsteiger nicht zu überfordern, und doch schon positive Effekte erzielen zu können.

 

Gibt es ein Schlüsselerlebnis, mit dem ihr zur Meditation gefunden habt?

Nach seinem Abitur hat Manuel vor knapp zehn Jahren seinen Zivildienst in Indien gemacht. Während dieser Zeit hat er ein Jahr lang bei einer Gastfamilie gelebt, in der jeden morgen und jeden Abend meditiert wurde. Um mehr darüber zu erfahren, hat er damals einen Kurs bei Sadhguru absolviert, der Inner Engineering heißt. Seitdem praktiziert er jeden Morgen. Jonas war sehr durch seinen Vater geprägt, der selber schon lange meditiert. Zur eigenen Praxis hat er dann in einem Studentencamp am Benediktushof, unter der spirituellen Leitung von Zen-Meister Alexander Poraj, gefunden.

 

Viele Praktiken rund um Mindfulness und Meditation sind gerade sehr trendy. Wie steht ihr dazu?

Allein schon durch unsere ganz persönlichen Erfahrungen, sind wir von der Wirksamkeit von Meditation absolut überzeugt. Wir sehen Achtsamkeit nicht als Trend, sondern als ein generelles “Mindset”, das in unserer schnellen, hektischen Zeit immer wichtiger wird. Für Unternehmen, aber auch für den Einzelnen. Deshalb arbeiten wir jeden Tag daran, Deutschland, Niederlande und Frankreich mithilfe unseres Angebots ein bisschen achtsamer und gelassener zu machen. Dabei geht es nach wie vor auch darum, die Arbeitswelt nachhaltiger zu gestalten und den Menschen, als wichtigste Ressource, in den Mittelpunkt zu stellen. Und zwar so, dass sich jeder wieder seiner Bedürfnisse bewusst wird, und sein Leben danach ausrichten kann.

Viele würden gerne meditieren lernen, aber trauen sich vielleicht noch nicht so recht. Welchen Rat habt ihr für sie?

Nicht so viel darüber nachdenken und einfach machen! Es ist wichtig, einfach anzufangen, und sich nicht durch Vorurteile verunsichern zu lassen. Du musst nicht “an Nichts” denken, ein Räucherstäbchen anzünden oder stundenlang im Lotussitz verharren. Bereits wenige Minuten der inneren Einkehr können schon reichen, um das Wohlbefinden zu steigern. Und das geht auch im Sitzen, Gehen, am Schreibtisch oder während du auf die Bahn wartest. Achtsamkeit ist so ein breites Konzept, mit vielen Berührungspunkten im Alltag, wie zum Beispiel Beziehungen, Schlaf, Kreativität oder sogar Sport und Glück!

Viele Menschen haben Berührungsängste, da sie Meditation mit Religion oder Esoterik verbinden. Der moderne Achtsamkeitsbegriff wurde aber schon in den 70iger Jahren eingeführt und geht auf Jon Kabat-Zinn zurück, der Achtsamkeit vor allem als eine Konzept versteht, im Hier und Jetzt zu leben, ohne den gegenwärtigen Moment zu bewerten. Mit 7Mind möchten wir vor allem Anfängern einen möglichst leichten Einstieg in das Thema ermöglichen.

 

Wie gestaltet sich der Arbeitstag in einem Unternehmen wie 7Mind?

Den Arbeitstag startet bei uns jeder in seinem Tempo. Viele beginnen ab 9 Uhr früh, manche kommen aber auch erst gegen 10. In unserem Büro haben wir flexible Arbeitsplätze, man hat also keinen festen Arbeitsplatz, sondern kann sich jeden morgen einen neuen Schreibtisch aussuchen. Im hinteren Bereich haben wir einen sogenannten “Focus Room”, in dem still gearbeitet wird und wo auch unsere Entwickler häufig sitzen. Im vorderen Bereich geht es immer recht lebhaft zu. Außerdem meditieren wir jeden Tag gemeinsam um 12:30 Uhr. Das ist uns sehr wichtig und ein festes Ritual. Anschließend gibt es eine kleine Runde, in der jeder erzählt, woran er gerade arbeitet und ob ihm oder ihr etwas auf dem Herzen liegt. So bleiben wir untereinander in Kontakt und gehen anschließend meist alle gemeinsam zum Mittagessen.

 

Wie kann man Meditation im Alltag einbauen? Oder anders gefragt: Wie fange ich an?

Um eine neue Routine zu entwickeln, benötigt das Gehirn etwa 21 Tage. Um das durchzuziehen, fällt es vielen leicht, die tägliche Meditation an eine bestehende Routine anzuknüpfen. Also einfach jeden Tag nach dem Zähneputzen oder vor dem Frühstück. So verbindet das Gehirn diese zwei Tätigkeiten und es wird dir leichter fallen, dabeizubleiben. Generell kann man Achtsamkeit aber überall in seinen Alltag integrieren. Manchmal reichen auch schon wenige tiefe Atemzüge, um wieder zu sich zu kommen. In der App haben wir auch kurze Meditationen, die 7Minis, in denen du in nur zwei Minuten wieder zu mehr Fokus, Konzentration oder innerer Ruhe kommst. Wer sich noch nicht richtig traut, am Arbeitsplatz zu meditieren, der kann auch einfach kurz vor die Tür gehen, innehalten, in sich hineinhören und sich immer wieder fragen, was gerade wichtig ist und was man braucht. So wird Achtsamkeit ganz schnell zum täglichen Begleiter und kleinen Energiespender.

Herzlichen Dank ihr Lieben!

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