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Im Portrait // Nora und Simon von athleticflow

16. Mai 2017
athleticflow Zürich Schweiz Nora und Simon Kersten Yoga Workout Cardio Sport Paar Wanderlust

Vor einigen Monaten hatte ich die Ehre, Simon von athleticflow in Berlin bei lululemon kennenzulernen. Er hielt eine schweißtreibende Klasse mit einem gänzlichen neuen Fitness-/Yogakonzept, das die Teilnehmer in regelrechte Euphorie getrieben hatte. Das hat mich natürlich sehr neugierig gemacht, also wollte ich mehr über athleticflow und das erfolgreiche Business erfahren, hinter dem er, gemeinsam mit seiner zauberhaften Frau Nora, steht. Und so habe nachgefragt:

Liebe Nora, lieber Simon, stellt euch unseren Leserinnen doch einmal kurz vor. Wer seid ihr und was macht ihr?

Simon

Hallo liebe Valerie, danke für euer Interesse an athleticflow und unserer Geschichte. Wir sind doppelt verheiratet. Einmal als Ehepaar und einmal als athleticflow Geschäftspartner. Beides aus Liebe. Wir wohnen am wunderschönen Zürisee in Erlenbach, nur 10 Autominuten von Zürich entfernt. Nora ist Yogalehrerin und Food Bloggerin und gibt u. a. im Hiltl, dem ältesten vegetarischen Restaurant der Welt Healthy Food Workshops. Ich arbeite hingegen für das größte Medienhaus der Schweiz, bin aber mehr als nebenberuflich im Bereich Fitness zu Hause. Nach einer langjährigen Tenniskarriere steht heute Boxing, CrossFit, Bootcamp und vor allem athleticflow im Fokus.

Nora, du bist Yogini durch und durch. Wie hast du zum Yoga gefunden und wie sieht deine eigene Practice aus?

Meine allererste Begegnung mit Yoga hatte ich tatsächlich in einer der größten und lautesten Metropolen der Welt. In der 8 Millionen Einwohner Stadt in NYC entdeckte ich ein kleines Studio in Midtown für mich. Dort habe ich das erste Mal ein Om gesungen, den Hund und die Katze versucht in Einklang mit meiner Atmung zu bringen und nach dem Savasana eine Neugeburt meines Selbst wahrgenommen. Dank dem Yoga wurde mir eigentlich zum ersten Mal klar, dass ich zwei Leben habe und das zweite Leben begann bei mir als mir klar wurde, dass ich nur eins habe.

Vor vier Jahren dann hatte ich mich für mein erstes Teacher Training in Indien angemeldet. Obwohl ich wirklich nicht sicher war, ob das der richtige Weg für mich sei, habe ich meiner Intuition gefolgt und hatte ein Riesenglück, dass Simon mich bei dieser Entscheidung zu 100% unterstützt hat.

Yoga hat mein altes Leben komplett verändert – quasi beendet und das zum Glück, denn ich habe dadurch ein neues und viel schöneres Leben gewonnen. Meine tägliche Yogapraxis sieht jeden Tag anders aus. Manchmal habe ich das Bedürfnis nach einem Ashtanga Yoga (da komm ich immer zum schwitzen), manchmal brauche ich genau das Gegenteil ein ruhiges Yin Yoga, oft sitze ich da und meditiere oder mache Atemübungen. Jeden Tag versuche ich auf meinen Körper zu hören und herauszufinden, welches Yoga würde mir heute gut tun. Yoga finde ich jedoch beginnt erst richtig, wenn ich meine Yogamatte verlasse und im Alltag versuche ganz im Hier und Jetzt zu sein, Gelassenheit übe, wenn es stressig wird, mir Pausen gönne, auf meinen Körper höre, wieviel und wovon ich esse, wie ich mit mir selbst und mit meinen Mitmenschen umgehe und noch vieles mehr.


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Simon, du kommst ja mehr aus dem Fitness und Krafttraining. Musstest du dich vom Yoga erst überzeugt lassen?

Ursprünglich komme ich sogar aus dem Hochleistungs-Tennis und bin dort schon frühzeitig mit Yoga in Kontakt gekommen. Anstatt mich mehr in dem Bereich zu fokussieren, habe ich lieber verstärkt etwas für meine Schnelligkeit und Kraft getan und habe viel geboxt und CrossFit gemacht. Das änderte sich dann schlagartig, als Nora in mein Leben kam. Durch sie habe ich erst gänzlich verstanden was Yoga ist und wie viel innere Kraft dadurch entstehen kann. Nora hat durch das Yoga so viele tolle Eigenschaften entwickelt, die mich faszinieren und die ansteckend sind.

Wie kam es dazu athleticflow zu gründen? Was genau verbirgt sich dahinter?

athleticflow ist lustigerweise durch einen Streit entstanden. Immer wenn Nora und ich abends von unseren Kursen nach Hause kamen hat sie mir gesagt, ich müsse mehr an meiner Flexibilität und Balance arbeiten – ich solle doch mal zu ihr ins Yoga kommen. Ich habe ihr daraufhin geantwortet, dass es viel wichtiger wäre, dass sie mal zu mir ins Bootcamp kommt, um mehr Kraft und Ausdauer zu trainieren. Wir haben uns dann immer gegenseitig versucht ins eigene Boot zu ziehen. Ich fragte sie auch gern mal “wie viele Pushups schaffst du eigentlich?” oder “erinnerst du dich noch an deine mangelnde Performance während unserer Vulkanberg-Tour auf Hawaii?” Sie konterte gern und fragte mich hingegen: “Wann hast du das letzte Mal bewusst deine Atmung wahrgenommen?” oder auch “bist du mit deiner Flexibilität zufrieden?” Und sie hatte recht. Ich war der Meister in High Intensity und Krafttraining, aber den Blick nach Innen zu richten, viel mir schwer.

Nachdem das viele Wochen immer wieder Thema bei uns zu Hause war, gab es diesen einen Abend, in dem wir einen Schritt auf uns zugingen und einen Pakt schließen. Ab nun hieß es, mehrmals pro Woche das Training des anderen mitzumachen, zusätzlich zum eigenen Workout. Das war zwar ein großer Zeitaufwand, aber ein noch größerer WOW-Effekt. Wir beiden fühlten uns zum ersten Mal als Athlet komplett, weil wir aus unserer Komfortzone gegangen sind und uns auf etwas Neues eingelassen haben. Ich wurde dadurch nicht nur viel flexibler und bekam eine bessere Balance, sondern machte meine Stärken auch zu noch größeren, weil ich u. a. schneller regenerierte und mein täglicher Energielevel höher war. Nora hingegen hat ihre Ausdauer stark verbessert und an ganzkörperlicher Kraftleistung zugenommen, so dass sie u. a. ihren Handstand um 360 Grad verbessert hat. Wir haben den Cardio-Test gemacht und waren vor wenigen Wochen auf Hawaii und stiegen auf denselben Vulkan wie vor ein paar Jahren. Diesmal ging es für sie locker und leicht, was vor athleticflow undenkbar gewesen wäre.

Wir wussten aber auch, dass kein Mensch so viel Zeit hat mehrere Stunde täglich zu trainieren, um alles abzudecken. Also musste ein neues Konzept her! Wir dachten eigentlich, dass wir in den USA mit einem Kursformat, welches unseren Vorstellungen entspricht, fündig werden, aber da war nichts. Und somit kreierten wir es halt selbst und nannten es athleticflow.

Dieser Kurs bildet die zwei Welten ab: HIIT meets YOGA. Genauer betrachtet beinhaltet athleticflow High Intensity Training, Kraftelemente, Ausdauer und komplette Yogaflows. Die beiden Welten vermischen wir aber bewusst nicht miteinander, sondern lassen sie separat, was den Kurs sehr aufregend macht.


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Euer neues Fitnesskonzept athleticflow boomt geradezu. Was ist euer Erfolgskonzept?

Zum einen ist athleticflow ein Kurs, der, wie eben beschrieben, zwei sehr unterschiedliche Welten miteinander verbindet. Zum anderen sind sowohl Bootcamps als auch Yoga-Kurse momentan heiß begehrt und wir vereinen beides im athleticflow. Das Ausschlaggebendste jedoch ist, dass sich jeder in unserem Kurs gut fühlt. Das Verlassen der eigenen Komfortzone spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Nehmen wir die klassische Yogini: Sie liebt Yoga, möchte aber gern mehr für Ausdauer und Kraft tun. In eine reine Bootcamp-Stunde zu gehen scheint für sie aber eine zu große Überwindung.

Auf der anderen Seite steht ein CrossFitter: Er ist super fit, aber ihm fehlt die Flexibilität und die Balance. Er weiß, er müsse eigentlich mal ins Yoga gehen, doch macht er das nicht. Ins athleticflow gehen sie aber beide und sie werden es schnell lieben, denn sie haben beides: ihre Komfortzone und die sogenannte “magical zone”, das Ungewisse, was sie zum kompletten Athleten macht.

Logischerweise gibt es auch ganz viele andere Sportlertypen dazwischen und das Tolle daran ist, dass athleticflow so viele sehr unterschiedliche Menschen miteinander vereint. Jeder hat andere Challenges zu bewältigen und jeder hat eigene individuelle Stärken. Das ist für uns als Instruktoren jedesmal aufs Neue beeindruckend zu sehen. So eine Vielfalt und Dynamik zu erleben macht Spaß.

Ihr reist viel um die Welt, gebt Teacher Trainings, bastelt an eurer eigenen App und geht nebenher noch euren „normalen“ Jobs nach. Das klingt super spannend, aber auch anstrengend. Wie kommt ihr zur Ruhe und was bedeutet Balance für euch?

Simon

Ja, das ist in der Tat eine echte Herausforderung, der wir uns täglich stellen. Eine erste große Veränderung habe ich letzte Woche getroffen und meinen Hauptjob gekündigt. Anfangs hatten wir nur eine Idee und wollten etwas Gutes für unsere Community in Zürich tun. Damals dachten wir nie an ein ernsthaftes Business. Nachdem dann aber Lululemon mit uns Events gemacht hat und kurz darauf athleticflow sehr erfolgreich im Holmes Place und im INDIGO startete, merkten wir, da ist etwas in der Entstehung. Um aber herauszufinden, ob es an unserem Standing in unserer Community liegt oder an dem Kurs, den wir entwickelten, machten wir uns auf eine Reise und testeten athleticflow in diversen Ländern und Städten wie Shanghai, Hong Kong, Amsterdam, Hamburg, Berlin, Stockholm, New York City, München, Basel und Maui. Das Feedback war überall gleich – die Menschen waren begeistert. Mit jedem Event und mit jeder Reise wurden uns immer klarer, hier ist aus einem Streit ein Business entstanden.

Es kommen immer mehr spannende Aufgaben auf uns zu. Eines der jüngsten Projekte hast du eben angesprochen: Unsere athleticflow App, die seit letzter Woche im App und im PlayStore ist. Ein Wahnsinnsprojekt, was unglaublich viel Spaß macht. Man kann immer mehr machen und immer härter Arbeiten, um aber langfristig erfolgreich zu sein, müssen wir die Balance halten und uns zu Pausen manchmal auch zwingen. Mir fällt das oft schwer, aber zum Glück habe ich Nora, die diesen Punkt immer im Auge behält. Das sieht dann z. B. so aus, dass wir das Handy zu Hause lassen und einen Spaziergang am Zürisee machen, ins Kino gehen oder jetzt im Sommer mit unseren SUPs auf dem See relaxen. Zudem sind wir in diesem Punkt auch oft sehr verschieden. Während Nora für sich mehrmals wöchentlich meditiert, gehe ich mit meinen Jungs ins CrossFit. Das ist meine Art der Meditation – ich liebe das. Ganz neu habe ich mir sogar eine eigene CrossFit Outdoor Box zu Hause gebaut, die mir ermöglicht öfter am Tag abzutauchen. Die größte Erholung holen wir uns aber auf Hawaii. Ein bedeutender Ort für uns und unser Ziel ist es einmal im Jahr dort zu sein. Im Dezember fliegen wir wieder nach Honolulu. (lacht)

 

Wann und wo habt ihr beide euch denn kennengelernt?

Nora

Das ist absolut meine Lieblingsfrage.

Damals lebte ich noch in Los Angeles und war über Weihnachten zu Besuch in Zürich. Ich war für einen ganzen Monat bei meiner Familie und wollte auf jeden Fall sportlich aktiv sein. Durch eine Freundin wurde mir ein Fitness Studio in Zürich empfohlen und da ging ich hin, löste das Abo für einen Monat und wollte gleich am ersten Abend eine Yogastunde besuchen. Leider gab es genau um diese Uhrzeit kein Yoga nur Body Pump. Body was? Ich war noch nie zuvor in einer Body Pump Stunde, aber da ich auch nicht der Typ Mensch bin, der allein auf der Trainingsfläche trainiert, dachte ich mir, komm versuch mal was Neues.

Voller Aufregung lauf ich ins Studio 1 rein und da begrüßt mich ein Typ mit strahlend-blauen Augen und einem Lächeln zum Verlieben und fragt mich gleich, ob ich neu in diesem Kurs sei. Steht das auf meiner Stirn? Der umwerfende Typ, der mich da anspricht ist der Body Pump Kursleiter und ich spüre in diesem Moment wie meine Knie ganz weich werden und ich auf einmal ganz schüchtern bin. Was ist bloß los mit mir?

Ein paar Tage später trägt mich mein Körper selbst hin zur nächsten Body Pump Stunde, so motiviert wie noch nie. Ich glaube, egal was für eine Stunde Simon unterrichtet hätte, ich wäre super motiviert dabei gewesen, oder besser gesagt super verliebt. Mein Kopf sagt Nora nein, du wohnst doch auf der anderen Seite des Planeten, aber mein Herz hört schon lange nicht mehr darauf und dafür bin ich heute so dankbar, dass mein Herz so viel stärker war als mein Kopf.

Der Monat war viel zu schnell rum und ich musste wieder zurück nach Los Angeles, obwohl ich meinen Flug sogar nochmal um eine Woche verschoben hatte. Ein paar Wochen später wurde ich von Simon in Los Angeles auf einen Tennis Platz gelockt unter dem Vorwand, dass ich eine gratis Tennis Stunde von einem sehr guten Tennis Coach erhalten werde, der ein Freund von Simon ist. Dort wartete der Coach auf mich, aber nicht nur er, sondern auch Simon. Das war die allerschönste Überraschung in meinem Leben und ich denke so gerne an genau diesen magischen Moment zurück. Ein paar Monate später habe ich meine Koffer gepackt und die beste Entscheidung meines Lebens getroffen und bin für die Liebe meines Lebens zurück nach Zürich gezogen. Nur neun Monate später kam der Antrag am Sunset Beach auf Hawaii und vor 1,5 Jahren haben wir ein wunderschönes Hochzeitsfest mit unseren Familien und Freunden im Hawaiian Style in Zürich und Konstanz gefeiert.

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Ihr seid das perfekte Paar, verfolgt den selben Traum, seid erfolgreich und liebt das, was ihr zusammen macht. Birgt das gemeinsame Arbeiten auch Herausforderungen? Wie geht ihr damit um?

Wir arbeiten zusammen für athleticflow, aber jeder hat auch seinen eigenen Freiraum, in dem wir uns individuell entwickeln. Es macht riesig Spaß zusammenzuarbeiten und manchmal gibt es Tage, die einfach sehr anstrengend sein können. Deswegen ist es uns wichtig, dass wir ganz klar und bewusst auch Dinge zusammen unternehmen, ohne dass athleticflow zum Thema des Abends wird. Verheiratet zu sein und ein Business zu führen bedeutet zweimal verheiratet zu sein, dass heißt man muss auch vorsichtig sein, dass es nicht too much wird. Wir erlauben uns gegenseitig sehr viele Freiheiten.

 

Wer oder was inspiriert euch?

Simon

Ganz klar die Reisen! Sie erweitern unseren Horizont und sind eine echte Inspiration, weil Land und Leute auf unserem wunderschönen Planeten sehr unterschiedlich sind. Nora ist zudem von den Yogasutras von Patanjali und von Laura Malina Seiler (Life Coach) inspiriert. Ich habe viele tolle Erfahrungen während meiner Tenniskarriere gesammelt. Sowohl von meinem Dad, von Nick Bollettieri (Florida) als auch von David T. Porter (Hawaii) habe ich viel gelernt. Dieses Erlebte inspiriert mich noch heute.

Wir inspirieren uns aber auch gegenseitig, denn wir sind sehr unterschiedlich und haben ganz andere Begabungen. Ich kann viel von meiner Frau lernen – das ist wundervoll. Was uns immer inspiriert sind zudem Menschen, die viel positive Energie in sich tragen sowie auch Paare, die erfolgreich zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen.



Worauf dürfen wir uns noch freuen? Wo werden wir euch beide in den kommenden Monaten begegnen?

Dieser Sommer wird spannend. Wir werden sehr viel unterwegs sein… Wir sind von Wanderlust für alle sieben deutschsprachigen Städte gebucht. Das heisst ihr werdet uns und athleticflow in Hamburg, Köln, Berlin, München, Frankfurt, Zürich und in Wien von Juni bis September sehen. Außerdem veranstalten wir dieses Jahr noch drei Retreats im Juni, August und im Dezember in St. Moritz. Auch Teacher Trainings stehen in diversen Städten auf der Agenda sowie auch Masterclasses und Workshops. Im Herbst geht es für uns noch nach Florida und New York City, bevor wir Ende des Jahres nach Hawaii fliegen werden. An allen Orten wird es auch athleticflow Sessions & Workshops geben. Alle Infos wann und wo wir sind findet ihr auf unserer Facebook Page sowie auf unserer Website.

 

Wow, vielen Dank für die schönen Einblicke und dieses spannende Interview, ihr Lieben!

Signatur Valerie Unterschrift

Fotos: ©Patrizia Spuler

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