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Lichtatmung – Eine dynamische Trance- und Mediationstechnik*

19. November 2017
Lichtatmung Agape Zoe Festival #12 Berlin Pankow Workshop Trance Meditationstechnik Atmung Leben Transformation Erfahrungsbericht

Am Wochenende des 25. und 26. November 2017 findet die nächste und bereits 12. Ausgabe des Agape Zoe Festivals in Berlin statt. Ich war schon mehrmals dabei und habe meine Erlebnisse, unter anderem mit der Transformational Breath® Methode, in meinen Recaps zusammengefasst. Um einen weiteren (und mittlerweile fixen) Programmpunkt – die Lichtatmung mit Klaus C. Ulbricht und Vidya Raster – etwas mehr zu durchleuchten, möchte ich heute einen sehr persönlichen Erfahrungsbericht von Bettina Homann (Journalistin und Yoga-Lehrerin in Berlin) mit euch teilen:

Lichtatmung – Eine Abkürzung zur Erleuchtung

„Atmen, voll und tief atmen“, ermuntert Klaus, während die Musik Fahrt aufnimmt.

Ich sitze mit etwa 30 anderen in den schönen Räumen des Forums for Meditation and Neuroscience auf dem Boden und werde eine gute Stunde lang nichts anderes tun als atmen. Eigentlich ist amten nichts, an das man erinnert werden muss. Das macht unser Körper praktischerweise ganz alleine. Atmen ist eine unserer wichtigsten Vitalfunktionen. Unser Leben beginnt mit dem ersten Atemzug und endet mit dem letzten.

So lange wir atmen, leben wir. Wir sind uns des Atems dennoch meist nicht bewusst. Ebenso wie unser Herzschlag, unser Stoffwechsel, läuft er einfach irgendwie ab. Während wir unseren Herzschlag und Stoffwechsel aber (außer wir sind sehr fortgeschrittene Yogis) nicht unter Kontrolle haben, können wir unseren Atmen bewusst beeinflussen. Deshalb steht der Atem auch im Zentrum so vieler Übungen und Meditationsformen. Er ist gewissermaßen die Schnittstelle zwischen unserem Körper und unserem Bewusstsein. Mithilfe des Atems können wir unser vegetatives Nervensystem beruhigen, uns tief entspannen oder in Trance versetzen. Interessanterweise ist das deutsche Wort „Atem“ mit dem Sanskrit-Wort „Atman“ – „Seele“ verwandt und auch das altgriechische „pneuma“ heißt sowohl Atem als auch Seele.

Die Musik wird schneller, ebenso meine Atmung. Mir wird irgendwie mulmig, eine leichte Angst steigt in mir auf. Kurz frage ich mich, ob ich das hier wirklich machen möchte, noch könnte ich einfach gehen. „Immer weiter atmen“, sagt Klaus in diesem Moment, als hätte er meine Gedanken erraten. Und also atme ich weiter, versuche mich nur darauf zu konzentrieren, die Luft in meinen Körper hinein und wieder heraus zu pumpen. Die Musik trägt mich. Ich höre die anderen um mich herum, sie sind nah und doch ganz weit weg. Während ich mich anfangs noch anstrengen muss, scheint der Atem irgendwann von selbst zu fließen.

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Es geht bei dieser Praxis darum, die Kontrolle aufzugeben, sich dem Prozess zu überlassen. Im Laufe der Stunde erlebe ich das sowohl als beängstigend als auch als wohltuend. Nach einer Weile – merkwürdigerweise ist mir das Zeitempfinden gleich zu Beginn der Stunde abhanden gekommen – wird die Musik noch schneller und Klaus ermuntert uns, immer schneller zu atmen. Er feuert uns an wie ein Coach vom Rande des Spielfelds. „Denkt mehr an Fitnessstudio als an Meditation“ hat er uns in seinen einführenden Worten aufgefordert. Heftig und stoßweise atme ich ein und aus, mein Körper macht kleine rhythmische Bewegungen. Ich fühle mich an die Geburten meiner Kinder erinnert. Ich beginne zu schwitzen. Bilder beginnen aufzusteigen, ein ständiger Fluss wie im Traum. Erinnerungsschnipsel kommen und gehen ohne dass ich das Bedürfnis habe, über sie nachzudenken. Nach einer Weile immer anstrengenderer, immer schnellerer Atmung, wird die Musik plötzlich langsam und sentimental wie in einem Hollywoodfilm, wenn das Happy End naht. Die Anstrengung lässt nach und Klaus spricht von dem Licht, das mit unserem Atem in uns einströmt. Ich meine, dieses Licht wirklich spüren zu können, als ein tiefes Wohlgefühl, das meinen Körper durchströmt. Auf einmal muss ich weinen, Tränen laufen mir die Wangen herunter. Ich spüre eine wehmütige Traurigkeit, die sich aber nicht unangenehm anfühlt. Nach einer Weile geht sie vorbei und ich werde ganz ruhig. Während wir im ersten Teil der Stunde einfach nur atmen, ist der zweite Teil eine Art geführter Meditation. Nach dem Einströmen des Lichts, erkunden wir unser Herz und das, was es eventuell schwer macht, schicken einer Person unserer Wahl Liebe und schließlich uns selbst.

Diese Praxis löst offenbar nicht nur bei mir ein heftiges Wechselbad der Gefühle hervor, immer wieder höre ich jemanden stöhnen, schluchzen, manchmal lachen, aber irgendwie stört das nicht. Es ist als würde durch das gemeinsame Atmen eine Verbindung entstehen, eine Vertrautheit mit wildfremden Menschen. Als wir am Ende blinzelnd die Augen öffnen, sehe ich auf vielen Gesichtern ein Lächeln und der Augenkontakt fällt nicht schwer. „Es ist“, sagt jemand „als hätten wir zusammen gefeiert.“

Und ich denke, wohlig erschöpft und gelöst: Ja, genau so fühlt es sich an.

Wer nun offen ist für die Lichtatmung, der besucht das Agape Zoe Festival am Samstag, den 25.11. in Berlin. Dort kann von 16:30 bis 18:30 Uhr der Workshop Lichtatmung ausprobiert werden.

 

* In herzlicher Kooperation mit dem Agape Zoe Festival

Text: © Bettina Homann
Foto: © Grit Siwonia

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